Arena






Lange Zeit habe ich meine Introvertiertheit, als Entschuldigung für vieles genommen.

Für sehr vieles.

Solche Momente der grossen Entschuldigungen waren zum Beispiel:

Geschäftliche Abendessen mit der Gelegenheit zu Networken.

An Messen gehen um zu -was wohl- Networken.

Eine Präsentation halten vor einem grossen Publikum.

Schwierige Mitarbeitergespräche führen.

Meinem Lebenspartner meine Sorgen und Ängste bezüglich unserer Beziehung mitteilen.

Die Liste geht weiter und weiter.....


Einige Male ging ich einfach nicht an solche Messen oder an sogenannte Networking Events und jedes Mal habe ich mich dann schlecht gefühlt und dutzende Entschuldigungen gesucht (…und nicht wirklich immer profunde gefunden).

Ich habe mich gedrückt. Gedrückt mit der Entschuldigung, dass ich halt introvertiert bin und meine Arbeit ja auch ohne diese unangenehmen Gespräche über das Wetter oder bestimmte Produkte gut machte.

Doch rückblickend habe ich bei vielen dieser Möglichkeiten - oder man könnte auch sagen ausschliesslich bei solchen Möglichkeiten - interessante Menschen kennengelernt, gute Gespräche geführt und bei Präsentation die ich gehalten hatte, immer gutes Feedback erhalten und auch ein gewisses Wissen und Gefühl dem Publikum weitergeben können. Rückmeldungen zu Präsentationen haben mich ausnahmslos ermutigt noch mehr Präsentationen halten zu wollen und diese das nächste Mal noch besser zu machen. Hätte ich keine Präsentation gehalten, hätte ich kein Feedback zu nichts erhalten. In «schwierigen» Gesprächen mit meinem Lebenspartner, sind wir immer gestärkt durch solche wieder ein bisschen mehr zusammengewachsen und haben mehr Respekt und auch Verständnis für die jeweilige Ansicht oder Situation des Gegenübers erhalten. Würden wir nicht mehr miteinander diskutieren, wären wir jetzt wohl WG-Partner oder noch wahrscheinlicher nicht mal mehr das.


Ansichten

Doch was hat es in diesen -out of my comfortzone- Momenten von mir gebraucht?

Mut. Mut und auch das Wissen, dass man scheitern kann. Mut verletzlich zu sein. Mut sich zu entblössen, in manchen Situationen, bis auf die Knochen. Mut und das Wissen, dass es auch andere Ansichten gibt und diese Ansichten kommen immer von Menschen mit bestimmten Erlebnissen und Vergangenheiten. Durch Gelebtes und Überwundenes haben sich diese Ansichten gebildet und/oder verstärkt.

Doch: Keine Ansicht ist absolut. Auch meine nicht und deine nicht.


Gladiatoren

Wenn wir verletzlich sind, treten wir in die Arena. Jedesmal fühlt es sich am Anfang an wie ein innerer Kampf. Ist man nicht mutig, ist man nicht verletzlich, folglich generiert man keine Kreativität, keine Innovation, kein Fortschritt und schlussendlich auch keine Freude.

Als Introvertierte würde ich lieber mutlos auf den Rängen sitzen und den Gladiatoren in der Arena bei ihren Kämpfen zuschauen wollen und diese dann natürlich auch dementsprechend bewerten aka shitstormen.

Verletzlichkeit bedeutet, Risiko eingehen, eine gewisse Unsicherheit in Kauf nehmen, sich Emotional ungeschützt präsentieren und das wichtigste dabei: Den shitstorm vorbeiziehen lassen. Lieber bringe ich den Mut zusammen einen Shitstorm zu generieren als passiv auf den Rängen zu sitzen und den Gladiatoren bei Ihren Kämpfen, Siegen und Niederlagen zuzuschauen.

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